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Arbeitsschutzprogramm für die Fleischwirtschaft und Aldi gibt völlig falsches Signal
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Tierschutzfragen bleiben offen


Anlässlich des Beschlusses des Bundeskabinetts zum „Arbeitsschutzprogramm für die Fleischwirtschaft" und dem Pressestatement von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die darin den Ball dem Bundesarbeitsminister zuspielt, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes:

„Nach Jahren vieler bekannt gewordener Missstände handelt die Bundesregierung endlich. Dass Bundesministerin Klöckner in ihrem Statement nun auf den Arbeitsminister verweist, der ein Gesetz vorlegen müsse, ist fast schon zynisch zu nennen. Neben den Arbeitsbedingungen sind es eben auch Tierschutzfragen, die geklärt werden müssen. Warum etwa wird immer noch hingenommen, dass hunderttausende Tiere ohne ausreichende Betäubung in den Schlachtprozess gehen? Warum werden die Tiere oft über hunderte Kilometer transportiert, bevor sie in einen qualvollen Tod gehen? Das sind Tierschutzfragen, keine Fragen des Arbeitsrechts. Dies alles ist seit Jahren bekannt. Dass die Bundesministerin, die Tierschutz in ihrem Ressort verantwortet, die Fragen nicht einmal benennt, das beschämt mich, sollte aber noch mehr sie selbst beschämen. Frau Klöckner verhält sich gerade wie ein Kleinkind, das sich die Augen zuhält und dann glaubt, es wird selbst nicht mehr gesehen. Nur die notwendigen besseren Arbeitsbedingungen werden nicht automatisch auch ein Mehr an Tierschutz bringen."


Aldi gibt völlig falsches Signal

Laut aktuellen Medienberichten fordert Aldi Preissenkungen für Fleisch und Wurst.
Dazu kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes:
„Offenbar völlig unbeeindruckt von den Missständen in den Schlachthöfen und der generellen Debatte um mehr Tierwohl in der landwirtschaftlichen Tierhaltung, will Aldi die Preise für Fleisch und Wurst senken - und gibt damit ein völlig falsches Signal! Mit seiner Billigpreispolitik haben der Handel und allen voran die Discounter die Preise für tierische Produkte jahrzehntelang gedrückt und Verbraucher mit Billigpreisen gelockt. Die Tatsache, dass viele Verbraucher bis heute nicht bereit sind, für Fleisch und tierische Produkte mehr zu zahlen, geht auf das Konto von Aldi und Co. Einzelne Vorstöße des Konzerns, hin zu einem Mehr an Tierschutz, wirken angesichts der aktuellen Forderung nach einer Preissenkung unglaubwürdig. Wer nur den Profit sieht und die Marktlage ausnutzt, jegliche Missstände offenen Auges ignoriert und Verbrauchern Fleisch und Wurst als Ramschware anpreist, der offenbart das Fehlen jeglichen Verantwortungsbewusstseins: für die Landwirte, die Lohnarbeiter und für die Tiere!"

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